MARKTENTWICKLUNG UND OPERATIVE MEILENSTEINE

MARKTENTWICKLUNG UND OPERATIVE MEILENSTEINE

Im Geschäftsjahr 2016 setzte die Telekom Austria Group konsequente Schritte bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Unternehmensstrategie. Trotz anhaltend intensiven Wettbewerbs und teils schwieriger makroökonomischer Rahmenbedingungen sowie der schrittweisen Abschaffung des Endkunden-Roamings in der EU konnte sie substanzielle Fortschritte bei der operativen Performance erzielen.

Die Telekom Austria Group verzeichnete im Berichtsjahr bei den Umsatzerlösen – trotz Einbu- ßen bei den Erlösen aus dem Endkunden-Roaming in Höhe von rund 38 Mio. EUR – ein Wachs- tum von 2,1%, das unter anderem durch M&A- Aktivitäten unterstützt wurde. Im Mobilfunk blieb die Kundenzahl stabil, wobei eine Verlagerung von Prepaid- zu Vertragskunden erfolgte. Bei den umsatzgenerierenden Einheiten (RGUs) kam es zu einem Zuwachs von 6,3%, was auf eine anhaltend starke Nachfrage nach Festnetzprodukten in den internationalen Märkten zu- rückzuführen war.


Verstärkte Verkaufsaktivitäten sowie Gerätestützungen, im Zuge der kontinuierlichen Umset- zung der Unternehmensstrategie, führten zu einer Zunahme der Kosten, die allerdings durch Fokussierung auf Kosteneffizienz zu einem großen Teil ausgeglichen werden konnte. Darüber hinaus untermauerten die Akquisition der Festnetzanbieter Atlant Telecom und dessen Toch- terunternehmen TeleSet in Weißrussland sowie Metronet in Kroatien den konvergenten Fußab- druck. Die Umstellung auf einen einzelnen Lieferanten im Radio Access Network (RAN) in Ös- terreich, Weißrussland und der Republik Mazedonien erhöhte die Effizienz bei den laufenden Kosten und bei den Anlagenzugängen. In Summe ging das EBITDA um 1,1% zurück, was durch den negativen Roamingeinfluss bedingt war.

ÖSTERREICH: STARKE NACHFRAGE NACH 30 MBIT/S-PRODUKTEN

Die österreichische Wettbewerbssituation war auch im Jahr 2016 gekennzeichnet durch mobile No-Frills-Angebote. Zudem entwickelten sich mobile WLAN-Router mit unbegrenztem Datenan- gebot zu einem zunehmend wichtigen Element des österreichischen Breitbandmarktes. Zum ei- nen begegnete die A1 Telekom Austria AG dieser Herausforderung mit ihrer erfolgreichen Markt- segmentierung. Zum anderen führte A1 im Juli 2016 das Hybridmodem ein, das durch die Kombi- nation von Festnetz und Mobilfunk das Angebot von Festnetzprodukten mit höherer Bandbreite an eine größere Anzahl an Haushalten ermöglicht. 2016 enthielten bereits 40% der verkauften Festnetzprodukte das Hybridmodem (Details siehe Kapitel „Innovation und Technologie“).


Im Jahr 2016 setzte die Telekom Austria Group ihren beschleunigten Breitbandausbau in Öster- reich erfolgreich fort. Bis zum Jahr 2018 sollen 70% der österreichischen Privat- und Geschäfts- adressen mit dem 30-Mbit/s-Produkt abgedeckt sein. Ende 2016 betrug die Abdeckung mit dem 30-Mbit/s-Produkt, das im Berichtsjahr die stärkste Nachfrage verzeichnete, bereits 50% über die reine Festnetzinfrastruktur (exklusive der Hybrid-Lösung).


BULGARIEN: MIT WERTORIENTIERTEM MANAGEMENT DEM PREISDRUCK BEGEGNEN

Wie schon in den vergangenen Jahren war in Bulgarien auch das Geschäftsjahr 2016 geprägt von einem wettbewerbsintensiven Umfeld, insbesondere im Geschäftskundenbereich. Um dem Preisdruck entgegen zu wirken, fokussierte das Management von Mobiltel verstärkt auf wertori- entiertes Management und Bindung von hochwertigen KundInnen. Parallel dazu wurde dem Umsatzdruck durch striktes Kostenmanagement begegnet. Mittels erfolgreicher Up- und Cross- Selling-Aktivitäten im Privatkundengeschäft gelang es Mobiltel, im 4. Quartal 2016 bei den Erlö- sen aus Dienstleistungen nach einem jahrelangen Abwärtstrend zum ersten Mal ein moderates Wachstum im Vorjahresvergleich zu erzielen.


Im bulgarischen Mobilfunkmarkt war eine markante Verlagerung von Prepaid- zu Postpaid-An- geboten zu erkennen. Außerdem führte die stetig wachsende mobile Datennutzung zu einem deutlichen Anstieg an mobilen BreitbandkundInnen. Das Festnetzgeschäft profitierte von der wachsenden Beliebtheit von Bündelprodukten mit TV-Angebot und der steigenden Nachfrage nach Breitbandprodukten. Nach Österreich, Kroatien, Slowenien, der Republik Serbien sowie der Republik Mazedonien bietet die Unternehmensgruppe ihren KundInnen seit 2016 auch in Bulgarien LTE an.

KROATIEN: STARKES WACHSTUM TROTZ HOHER REGULATORISCHER KOSTEN

Im Segment Kroatien konnten die positiven Ergebnisse, die sich auf anhaltendes Wachstum im Festnetzgeschäft und bessere Trends im Mobilfunk stützten, im Berichtsjahr fortgeführt werden. Das 2015 von Vipnet eingeführte neue Tarifportfolio spielte dabei eine maßgebliche Rolle. Der re- gulatorische Druck, in Form von hohen Frequenznutzungsentgelten, blieb allerdings bestehen. Dennoch verzeichnete Kroatien einen soliden Anstieg bei den Umsatzerlösen und dem EBITDA.


Mit dem Erwerb von Metronet wurde die Festnetzposition, insbesondere im Geschäftskunden- bereich, gestärkt. Metronet ist einer der führenden alternativen Festnetzanbieter für Business Solutions in Kroatien und verfügt über ein vielfältiges Spektrum an Produkten, die vorwiegend auf den Bedarf von Firmenkunden zugeschnitten sind. Das Unternehmen bietet seinen 4.300 Firmenkunden, die 2015 90% der Umsatzerlöse ausgemacht haben, sowohl Daten- als auch Sprachlösungen, sowie Managed IT und Cloud Services. Metronet ist in 66 Städten präsent und erreicht damit rund 85% aller Firmenkunden in Kroatien über ein Glasfasernetzwerk. 2015 wur- den ein Umsatz von rund 28 Mio. EUR sowie ein EBITDA von 12 Mio. EUR erwirtschaftet.


WEISSRUSSLAND: POSITIVE OPERATIVE ENTWICKLUNG VON WÄHRUNGSEFFEKTEN ÜBERSCHATTET

In Weißrussland war die starke operative Entwicklung weiterhin makroökonomischem und regu- latorischem Gegenwind ausgesetzt. Während sich die Inflation 2016 auf 10,6% verlangsamte, wurde die Mehrwertsteuer auf mobile Dienste von 20% auf 25% erhöht. Der Rückgang der Wirt- schaftsleistung in Weißrussland um 3,0% hatte eine Verringerung der Kaufkraft zur Folge. Zusätz- lich überschattete die Währungsabwertung zu Jahresbeginn die positive operative Entwicklung von velcom, wobei sich der Wechselkurs infolge der besseren Entwicklung des Ölpreises und des russischen Rubels im Jahresverlauf wieder erholte. Um die Anfälligkeit des Unternehmens gegen- über Wechselkurs- und Energiepreisschwankungen zu reduzieren, nahm es 2016 ein Solarkraft- werk in Betrieb. Zusätzlich stellte velcom als eines der ersten Telekommunikationsunternehmen weltweit auf ein vollständig virtualisiertes kommerzielles Corenetz um, das die Betriebskosten um mehr als 50% reduziert (Details siehe Kapitel „Innovation und Technologie“).


Mit dem Erwerb von Atlant Telecom und dessen Tochterunternehmen TeleSet entwickelte sich velcom vom reinen Mobilfunkanbieter zu einem voll-integrierten Betreiber. Atlant Telecom und TeleSet zählen zu den führenden privaten Festnetzanbietern in Weißrussland und bieten ihren KundInnen Festnetz-Breitband, IPTV und Kabel-TV sowie eine Video- und Musikdatenbank an. Atlant Telecom und TeleSet verzeichneten per Ende 2015 rund 125.700 Festnetz- Breitbandkund- Innen sowie 46.000 Kabel-TV-KundInnen. 2015 erwirtschafteten Atlant Telecom und TeleSet ge- meinsam einen Umsatz von rund 16 Mio. EUR sowie ein EBITDA von rund 4 Mio. EUR.

INTENSIVER WETTBEWERB IN SLOWENIEN, DER REPUBLIK SERBIEN UND DER REPUBLIK MAZEDONIEN

Der slowenische Telekommunikationsmarkt war auch 2016 vom ausgeprägten Wettbewerb im Bereich der konvergenten Produkte gekennzeichnet. Die Nachfrage nach Festnetzprodukten war anhaltend stark. In der Republik Serbien stand eine stärkere Marktpositionierung im Vor- dergrund. Auf dem mazedonischen Mobilfunkmarkt blieb der Wettbewerb weiterhin intensiv.

Weniger Einschränkungen: Die intelligente Kombination von Festnetz und Mobilfunk – etwa mit dem A1 Hybridmodem – ermöglicht eine immer breitere Abdeckung mit immer höheren Bandbreiten.