INNOVATION UND TECHNOLOGIE

INNOVATION UND TECHNOLOGIE

Mit Innovationskraft und Infrastrukturführerschaft sichert die Telekom Austria Group in einem dynamischen Umfeld ihre Spitzenposition ab.

Zwei miteinander verwobene Entwicklungen kennzeichnen die aktuellen Herausforderungen der Telekommunikationsbranche: Die stetig steigende Nachfrage nach zusätzlicher Bandbreite sowie die wachsende Anzahl an Verbindungsanfragen im Zusammenhang mit einer zunehmenden Ver- netzung des alltäglichen Lebens.


Der dynamischen Zunahme der über ihre Netze transportierten Datenvolumina trägt die Telekom Austria Group mit umfangreichen Entwicklungsaktivitäten Rechnung. Um für die künftigen An- forderungen gerüstet zu sein, stehen die Weiterentwicklung der Netzinfrastruktur sowie die En- twicklung neuer Produkte und Dienstleistungen im Fokus der Gruppe.

NETWORK FUNCTION VIRTUALISATION

Ein Hauptaugenmerk der Telekom Austria Group gilt weiterhin der digitalen Transformation. Zu dieser zählt auch die Virtualisierung der Netzinfrastruktur, die auch 2016 erfolgreich fortge- setzt wurde: So konnten in der österreichischen, der bulgarischen und der weißrussischen Tochtergesellschaft A1, Mobiltel bzw. velcom die ersten virtualisierten Netzsysteme in eine mo- derne, state-of-the-art IT-Umgebung transformiert und auch bereits in den kommerziellen Be- trieb überführt werden. Für alle weiteren Tochtergesellschaften existieren konkrete Implemen- tierungspläne für die Virtualisierung der Systeme.


Das Konzept der Network Function Virtualisation (NFV) stellt einen Paradigmenwechsel inner- halb der Telekommunikationsbranche dar. Als einer der ersten Betreiber Europas hatte die Telekom Austria Group die NFV-Technologie schon im Geschäftsjahr 2014 in einer Reihe von Feldversuchen in mehreren Ländern erfolgreich getestet. 2015 wurde im Rahmen einer um- fassenden Strategie zur Virtualisierung der zentralen Komponenten im Kommunikationsnetz der Gruppe eine virtuelle Modemlösung erfolgreich erprobt. Bei diesem Konzept werden wesentliche Funktionalitäten des Modems aus dem IT- Rechenzentrum zentral gesteuert. Der Kunde erhält dadurch eine flexiblere, sicherere und effizientere Internetanbindung. Erforder- liche Änderungen werden ebenfalls zentral administriert, Updates erfolgen automatisch, und die Störungsanfälligkeit der Modems wird reduziert.


Neben einer kompletten Architektur mobiler Netzwerkfunktionen werden auch Services in ein- er virtualisierten, Cloud-basierten Infrastruktur (Mehrschichtenarchitektur) abgebildet. Dies ermöglicht deutlich effizientere Betriebsabläufe zu geringeren Kosten sowie die schnellere Markteinführung neuer Dienste. Somit bietet diese Technologie für die Telekom Austria Group eine ideale Plattform für wettbewerbsfähige Innovationen.


Anfang 2017 implementierte velcom, das weißrussische Tochterunternehmen, im Zuge des Vorzeigeprojekts „virtual one core" das weltweit erste vollständig virtualisierte kommerzielle Corenetz. velcom verfügt damit über eine der innovativsten virtuellen Telekommunikations- Kernarchitekturen basierend auf OpenStack – einer open-source Software – und serienfertiger Standard-Hardware. Daraus resultiert für velcom eine Senkung der Betriebskosten um mehr als 50%. Den Kunden von Sprachtelefonie und Internet bringt die neue Technologie mehr Flexibil- ität und immer neuere Funktionen.

LTE UND 5G

Mit dem forcierten LTE-Ausbau (Long Term Evolution) wurde im Jahr 2016 eine erhebliche Aus- dehnung der Versorgung mit superschnellem mobilen Internet erreicht. Nach dem Launch in Bulgarien in 2016 bietet die Unternehmensgruppe LTE bereits in Österreich, Bulgarien, Kroati- en, Slowenien, der Republik Serbien sowie der Republik Mazedonien an.


Für noch schnelleres mobiles Internet setzt die Telekom Austria Group an ausgewählten Stand- orten in Österreich, Bulgarien, Kroatien und der Republik Serbien LTE Carrier Aggregation ein, womit Datenraten von bis zu 300 Mbit/s ermöglicht werden. Ein weiterer bedeutender Innova- tionsschritt wurde 2016 im Mobilfunk gesetzt, indem durch LTE Triple Carrier Aggregation in Verbindung mit einem für den Mobilfunk neuen Verfahren über 500 Mbit/s im A1 Live Netz übertragen werden konnten. Dabei werden Frequenzen in den Bereichen 2,6 GHz, 1.800 MHz und 800 MHz gebündelt und mit dem komplexen Modulationsverfahren 256 QAM kombiniert. Dadurch lassen sich erheblich höhere Bandbreiten erzielen als mit dem heute verbreiteten LTE- Standard. Bei einem Feldversuch wurden über das Live Netz von A1 auf einen mobilen Router 513 Mbit/s und auf ein Smartphone 463 Mbit/s übertragen. Das stellt einen wesentlichen Ent- wicklungsschritt in Richtung fünfter Mobilfunkgeneration (5G) dar.


Carrier Aggregation, komplexe Modulationsverfahren und Massive MIMO (multiple-input mul- tiple-output) werden auch bei 5G eine zentrale Rolle spielen, da sie als technologische Grundla- ge für hohe Bandbreiten und besonders effiziente Nutzung der verfügbaren Frequenzbänder dienen. 5G baut technisch auf LTE auf, bis zum Einsatz der neuen Mobilfunkgeneration sind al- lerdings einige Evolutionsschritte nötig. So werden mehr und mehr neue Dienste, etwa im Be- reich des Internets der Dinge oder für Smart Cities, eingeführt. Der 5G-Standard wird für 2019 erwartet, wobei die technischen Anforderungen und Anwendungsfälle noch zu definieren sind. Man rechnet heute damit, dass die Implementierungen 2020 beginnen werden.

BREITBANDAUSBAU

Auch im Festnetz treibt die Telekom Austria Group ihren 2015 gestarteten beschleunigten Breit- bandausbau konsequent voran. Per Ende 2016 konnten so bereits 50% der österreichischen Pri- vat- und Geschäftsadressen mit Festnetz-Breitbandprodukten mit 30 Mbit/s oder mehr über das Festnetz von A1 erreicht werden. Bis Ende 2018 soll die Abdeckung 70% erreichen.


2015 demonstrierte A1 die neue Breitbandtechnologie VDSL2 35b, die in Kombination mit Vecto- ring Übertragungsgeschwindigkeiten von mehr als 100 Mbit/s, auf kürzeren Distanzen sogar von 200 Mbit/s, ermöglicht. Während G.fast bei Leitungslängen in der Größenordnung von 200 Me- tern Datenraten von bis zu 500 Mbit/s ermöglicht, erzielt VDSL2 35b vor allem bei Leitungslängen bis etwa 500 Meter ein deutliches Leistungsplus gegenüber herkömmlichen DSL-Technologien. Damit ist diese Technologie auch für weniger dicht besiedelte Gebiete geeignet.


Außerdem bietet A1 ihren KundInnen seit Juli 2016 ein Hybridmodem an, das die Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur verschränkt und dadurch Festnetzprodukte mit höherer Bandbreite ermöglicht. Die smarte Technologie des Modems erlaubt es, die Bandbreiten beider Technologi- en zu kombinieren. Bei Bedarf ergänzt das A1 Hybridmodem die Leistung des DSL-Festnetz- Breitbandanschlusses mit LTE und ermöglicht so Geschwindigkeiten von bis zu 150 Mbit/s. Da- mit werden mehr Haushalte mit höheren Bandbreiten erreicht.


Das A1 Hybridmodem unterstreicht einmal mehr, dass die Netz-Konvergenz zu den zentralen Säulen der Strategie der Telekom Austria Group zählt. Denn die weiterhin massiv anwachsen- den Datenvolumina und zukünftigen Anwendungen werden nur mit hochleistungsfähigen Festnetz- und Mobilfunknetzwerken zu bewältigen sein.


MACHINE-TO-MACHINE-KOMMUNIKATION

Zusätzlich zum steigenden Datenverkehr sind sogenannte Machine-to-Machine (M2M)-Lösun- gen und die damit einhergehenden Verbindungsanfragen der Grund für die dynamisch steigen- den Anforderungen an die Netzinfrastruktur.


Bei M2M handelt es sich um den automatisierten Datentransfer zwischen Maschinen, Geräten, Sensoren und Zentralservern mit dem Zweck, diese fernzusteuern und fern zu überwachen – mit oder ohne menschliche Interaktion. Die breitere Verfügbarkeit von leistbarer Technologie – etwa bei Sensoren und Displays oder bei Prozessoren mit stark zunehmender Rechenleistung bei immer kleinerer Baugröße – lässt die Einsatzmöglichkeiten solcher verbundenen Dienst- leistungen nahezu unbeschränkt erscheinen. Als Folge dessen werden im Laufe des nächsten Jahrzehnts Milliarden Geräte über das Internet verbunden sein. M2M hat demnach relevantes Wachstumspotenzial: Bis 2020 wird bei M2M-Anwendungen eine jährliche Steigerung um mehr als 20% erwartet.1) Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen lassen sich zudem positive Auswirkungen auf Energie- und Verkehrseffizienz oder auch Verkehrssicherheit sowie Klimaschutz und eine Reduzierung des CO2- Fußabdrucks erzielen.


Die Telekom Austria Group liefert M2M-Gesamtlösungen aus einer Hand: Vom kosten- und res- sourceneffizienten Flottenmanagement über umfangreiche Smart-Metering- Dienstleistungen mit Zählersystemen, Zählerdatenmanagement und Roll-Out-Services bis hin zu modularen Lö- sungen für die Industrieautomatisierung oder Fernwartung. Smarte M2M-Technologien zählen zu den Grundlagen für die Realisierung der zukunftsweisenden Konzepte der Industrie 4.0 oder des Internet of Things (IoT) im Zuge der Digitalisierung. Zur Bündelung der Kompetenzen in den Bereichen Cloud, Internet of Things (IoT) und Artificial Intelligence (AI) wurde die neue Tochtergesellschaft „A1 Digital International GmbH“ etabliert, um das damit verbundene Markt- potenzial gruppenweit konzertiert auszuschöpfen.




DIGITALISIERUNGSPARTNER

Die Telekom Austria Group sieht sich in diesem Kontext nicht ausschließlich als Bereitsteller der notwendigen Konnektivität auf Basis ihrer Infrastruktur, sondern als umfassender Digitali- sierungspartner für Wirtschaft und Industrie. Angeboten werden Lösungen aus einer Hand – von der Konzeptionierung bis zum laufenden Betrieb (Details siehe Kapitel „Digitalisierung“).


Beispielhaft dafür ist etwa der Smart Meter Rollout in Graz, bei dem innerhalb der kommenden vier Jahre rund 187.000 Stromzähler auf Smart Meter umgestellt werden. Neben dem Stromzäh- lertausch werden dabei auch die gesamte Technikereinsatzplanung, ein Teil der Materiallogis- tik und das Kundenprojektmanagement von A1 organisiert.



Überhaupt hat die Telekom Austria Group in den vergangenen Jahren im Bereich Smart Metering beträchtliches Know-how aufgebaut. Alleine in Österreich sollen bis Ende 2019 95% der Strom- zähler auf intelligent vernetzte Smart Meter umgerüstet werden. Aktuell liegt dieser Wert bei rund 10%. Die damit verbundenen Aktivitäten und Investitionen in Zählersysteme, Datenübertragung, Installation, Betrieb und zentrale IT-Infrastruktur müssen möglichst zukunftssicher, kosteneffizi- ent, mit geringem Risiko und zügig erfolgen. Mit ihren hochsicheren Netzen und ihren M2M- Kompetenzen bietet sich die Telekom Austria Group dafür als idealer Partner an.

F&E ALS BASIS FÜR DIE ZUKUNFT

Zur Behauptung ihrer Technologie- und Infrastrukturführerschaft setzt die Telekom Austria Group vielfältige Schwerpunkte im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Forschungsko- operationen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie sowie Gemeinschaftsprojekte mit na- tionalen und internationalen Institutionen liefern dabei wesentliche Grundlagen für die Ent- wicklung und Einführung von Zukunftstechnologien für markt- und kundenorientierte Kommunikationslösungen.


Im Jahr 2016 unterhielt die Telekom Austria Group Forschungskooperationen mit der Techni- schen Universität Wien, dem Christian-Doppler-Labor für Funktechnologien für nachhaltige Mobilität, dem Christian-Doppler-Labor für Zuverlässige Drahtlose Konnektivität für eine Ge- sellschaft in Bewegung und dem Josef Ressel Center for User-friendly Secure Mobile Environ- ments. Mit der so genannten „Start-up-Initiative“ fördert A1 Telekom Austria AG junge Unter- nehmen bei der Realisierung von Innovationen durch die Bereitstellung von Know-how und Infrastruktur.


Zudem ist die Telekom Austria Group Partner der Plattform Industrie 4.0 und adressiert im Rah- men des europaweiten H2020 Projektes symbIoTe die Interoperabilität von Internet of Things (IoT) Plattformen. symbloTE wird von der Europäischen Union gefördert und soll bis Ende 2018 die Forschung im Bereich IoT vorantreiben.

Mehr Virtualisierung: Die Weiterentwicklung ihrer Infrastruktur mit Fokus auf Network Function Virtualisation (NFV) sowie die Entwicklung neuer cloud-basierter Produkt- und Serviceangebote stehen im Innovationsfokus der Gruppe.